48 Prognosebericht Außerdem wird das von der Europäischen Union im Dezem- ber 2008 verabschiedete sogenannte ,,Grüne Paket" die Entwicklung der Branche beeinflussen. Zielgrößen für das Jahr 2020 sind: · Reduktion der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent, · Steigerung der Energieeffizienz um 20 Prozent und · Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 20 Prozent am Gesamtenergieverbrauch. Eine große Unsicherheit besteht derzeit in der Prognose der Preise von CO2-Emissionszertifikaten durch die beschlossene Vollauktionierung und zahlreiche Ausnahmeregelungen. Die langfristige Entwicklung der Zertifikatpreise wird wesentlich durch den weltweiten Umgang mit dem Instrument Zertifi- katehandel bestimmt werden. Die Branche erwartet langfristig eine Stabilisierung der infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise zuletzt zurückgegangenen Energiepreise. Die ,,International Energy Agency" (IEA) hat ihre langfristige Prognose der Ölpreise deutlich gegenüber dem Vorjahr nach oben korrigiert. Dies wird damit begründet, dass der Preisanstieg in den letzten drei Jahren ­ anders als in den 80er-Jahren ­ nicht den gleichen negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft hatte. Erdgas und Ölprodukte stehen in vielen Anwendungsbereichen in direkter Konkurrenz. Daher ist davon auszugehen, dass sich die Preise beider Energie- träger auch zukünftig parallel entwickeln werden. Steigende Förderraten bei Kohle ­ bei gleichzeitig erhöhtem Bedarf ­ sorgen für eine langfristig stabile Preisentwicklung. Dies deutet auf eine erhöhte Preisdifferenz zwischen den Primärenergie- trägern Kohle und Öl hin. Unterstützt durch verschiedene Förderprogramme in Europa gewinnen die Erneuerbaren Energien zunehmend an Bedeu- tung und steigern kontinuierlich ihren Anteil an der Energie- erzeugung. Mit den verbindlichen europäischen und nationalen Ausbauzielen für Erneuerbare Energien werden Anforderungen an die Systemintegration gestellt, die eine wachsende Heraus- forderung für die Branche ist. Gesamtwirtschaftliche Situation Der Sachverständigenrat (SVR) der Bundesregierung sieht die Weltwirtschaft 2010 in einer leichten Erholungsphase ohne mittelfristig dynamischen Verlauf. Die weiterhin ungelösten Probleme des Finanzsektors belasten eine stabile und nach- haltige Aufwärtsentwicklung. Stützende Wirkungen sieht der SVR in den staatlichen Ausgabenprogrammen und der robusten Entwicklung in den Schwellenländern. Für die USA wird 2010 eine schleppende konjunkturelle Ent- wicklung erwartet. Für die EU-27 sieht der SVR eine mäßige Erholung, wobei einerseits die automatischen Stabilisatoren noch wirken, andererseits aber mit einer Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt gerechnet wird. Die Immobilienmärkte wirken ebenfalls dämpfend. Die erwarteten Wachstumsraten des realen Bruttoinlandsprodukts dürften nahe oder knapp über der Nulllinie liegen Die osteuropäischen Länder werden weiter von der Finanzkrise besonders betroffen bleiben. In Russland wird aufgrund der expansiven Fiskalpolitik sowie wieder anziehender Brennstoffpreise mit einer langsamen Erholung gerechnet. Konjunkturell und energiepreisbedingt wird dabei die Inflation in den USA und in der EU im Vergleich zu 2009 aber nicht mehr rückläufig sein, sondern leicht steigen. Branchensituation Die Entwicklung der Branche wird auch unter der im Septem- ber 2009 neu gewählten schwarz-gelben Bundesregierung durch das von der großen Koalition verabschiedete Integrierte Klimaschutz- und Energiepaket (IEKP) mitbestimmt werden. Die Bundesregierung verfolgt weiterhin eine signifikante Ver- änderung des Energiemixes in Deutschland, wodurch sich erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft ergeben. Ziel- größen des IEKP für das Jahr 2020 sind: · Mindestens 30 Prozent Stromerzeugung aus Erneuer- baren Energien, · 25 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung und · zusätzlich Reduktion des Stromverbrauchs um bis zu 11 Prozent. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat sich außerdem vor- genommen, das Wettbewerbsrecht zu verschärfen. Hierzu ist eine Novellierung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbe- schränkungen (GWB) vorgesehen, das unter anderem die Möglichkeit der Entflechtung marktbeherrschender Unter- nehmen als Ultima Ratio vorsehen soll.
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